Schimmelprobleme!

 

Schimmel an und für sich ist eine völlig natürliche Erscheinung. Schimmelkulturen basieren auf biologischer Basis und sind auf vielen Gebieten sogar erwünscht. Man denke dabei nur an die Herstellung verschiedener Milchprodukte und Getränke. Überlebensbasis jedes Schimmels ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in einem eng eingegrenzten Temperaturbereich und hier wird das eigentliche Problem sichtbar. Solche idealen Bedingungen herrschen nicht nur bei der genannten Lebensmittelherstellung, sondern oftmals auch in Gebäuden und hier gibt es eine Schimmelart, die hochgradig gesundheitsgefährdend ist. Schwarzer Schimmel ist das Stichwort und er wird oftmals nicht nur zur Plage, sondern verschlechtert auch die Lebensbedingungen der Bewohner. Viele Faktoren führen zur Bildung von Schwarzschimmel – deren Beseitigung ist hingegen mit oftmals radikalen und kostenintensiven Maßnahmen verbunden. Dennoch ist in jedem Fall rasches Handeln erforderlich, bevor dieser gefährliche Schimmel zu gesundheitlichen Schäden führt.

Was ist Schwarzschimmel?

Eines sei vorausgeschickt: Nicht jede Schimmelart in Gebäuden ist schwarzer Schimmel und die Unterscheidung ist für den Laien fast unmöglich. Schimmelbildung an Wänden und Raumdecken kann auch gelber oder roter Schimmel sein. Beide Arten sind weniger gefährlich als ihr schwarzer Verwandter, aber dennoch dürfen sie keinesfalls unbeachtet bleiben. Bei Schimmelverdacht jeder Art ist es deshalb wichtig, von schwarzem Schimmel auszugehen und im Zweifelsfall einen Gutachter einzubeziehen.
Das Problem jeder Schimmelart besteht darin, dass sie Pilzsporen absondern, die sich in der Raumluft ausbreiten. Deshalb ist es unvermeidlich, dass die Bewohner diese Sporen einatmen. Alle können besonders für Asthmatiker und Allergiker gefährlich sein. Schwarze Schimmelsporen jedoch sind giftig und haben somit eine toxische Wirkung. Ohnehin immungeschwächte Menschen erleiden Infektionskrankheiten mit teils drastischen Folgen. Nicht zuletzt sind aber auch das Raumklima und damit die Wohnqualität durch einen muffigen Geruch wesentlich eingeschränkt.

 

Wie wird schwarzer Schimmel beseitigt?

Leider wird bei Renovierungsarbeiten oftmals völlig sorglos mit dieser Bedrohung umgegangen. Schimmel in Gebäuden tritt zwar viel häufiger auf als beispielsweise das Vorhandensein asbesthaltiger Baustoffe. Diese werden mittlerweile vorschriftsgemäß durch Spezialfirmen ausgebaut und entsorgt. Bei Schimmel hingegen werden Verkleidungen und Tapeten wahllos von den Wänden gerissen und mit jedem Arbeitsgang wird die Raumluft noch stärker mit den Pilzsporen kontaminiert. Sie setzen sich hinter Sockelleisten und im Raum verbliebenen Einrichtungsgegenständen fest und belasten zukünftig noch stärker das Raumklima und damit die Gesundheit der Bewohner.
Die Entfernung von schimmelbelasteten Teilen erfolgt vielmehr sorgfältig und erst, wenn ein schimmellösendes und –bindendes Spezialmittel aufgetragen worden ist. Bei der Ausführung dieser Arbeiten sollte eine Atemschutzmaske getragen werden und der betroffene Raum sollte völlig ausgeräumt sein. Wenn der Schimmel von allen betroffenen Bereichen entfernt worden ist, erfolgt eine intensive Lüftungs- und Trocknungsphase.
Die Farbenindustrie hält hochwirksame Schimmelschutzmittel für alle Bereiche im Gebäude parat. Bevor sie zur Anwendung kommen, ist jedoch eine Ursachenforschung unerlässlich. Es reicht nicht aus, die betroffenen Bereiche mit einem Schimmelschutz zu versehen. Solange die Ursachen des Schimmelbefalls nicht beseitigt worden sind, ist jede dieser Arbeiten nur von einem kurzen Erfolg gekrönt. Nach kurzer Zeit bildet sich erneut Schimmel.
Die Beseitigung der Ursachen für Schimmel kann teuer werden, aber sie ist unbedingt notwendig. Dies kann eine Nachbesserung an der außenseitigen Wärmedämmung sein oder die Reparatur beziehungsweise der Austausch undichter Fenster. Alle Kältebrücken, wie sie unter anderem beim Abbau alter Balkonanlagen oft zurückbleiben, müssen unbedingt beseitigt werden. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, lohnt es sich, einen Gutachter mit einer Wärmebildkamera einzubeziehen. Auf diesen Aufnahmen wird ungeschönt sichtbar, an welchen Stellen Kaltluft in die Außenhülle eindringt und zur Kondensation der Raumluft führt.

 

Wie entsteht Schimmel in Gebäuden?

Eingangs wurde bereits gesagt, dass jede Schimmelart von einer hohen Luftfeuchtigkeit und von einem günstigen Temperaturbereich abhängig ist. Im Bezug auf Schimmel in Gebäuden liegen diese Werte oberhalb von 75 Prozent Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Beheizte Räume, die wenig gelüftet werden, bieten somit ein ideales Klima für Schimmelbildung. Sie wird zumeist dort sichtbar, wo der Luftaustausch besonders gering ist. Dies sind die Rückwände von Möbeln an Außenwänden, Wandverkleidungen, die Raumecken und Fensternischen sowie die Hohlräume hinter bereits abgelösten Tapeten. Die schwarze Ausführung des Schimmels wird besonders durch eine schmierige Konsistenz deutlich. Sie tritt zunächst als noch unscheinbare schwarze Punkte auf, die allmählich größer werden und schon bald durchgängige schwarze Flächen bilden.
Die Auslöser zu dieser Schimmelbildung sind große Temperaturgegensätze zwischen kalten Außenwänden und einer wesentlich höheren Raumtemperatur. Kalte Außenwände resultieren vorrangig aus unzureichender Wärmedämmung, Feuchtigkeit in den Wänden oder sogenannten Kältebrücken. Bereits ein zubetonierter Durchbruch im Außenmauerwerk besitzt wesentlich schlechtere Wärmedämmwerte als das umliegende Mauerwerk und an dieser Stelle kann sich Schimmel bilden. Aber auch undichte Fensterflügel und Fensterrahmen lassen permanent Zugluft in den Raum, in deren Folge in den Fensternischen Schimmel entsteht. Eine Entstehungsart für Schimmel im Fußbodenbereich sind schlecht gedämmte Keller oder eine unzureichend feuchtigkeitsgedämmte Bodenplatte.

Wie kann man Schimmel vorbeugen?

Die genannten baulichen Mängel sind nicht in jedem Fall der Auslöser zur Schimmelbildung. Schimmel entsteht vielmehr auch, wenn der Luftaustausch nicht konsequent erfolgt.
Wir Menschen haben ein ausgeprägtes Einsparverhalten entwickelt, welches aus den hohen Energiepreisen resultiert. Darüber hinaus führt oft falsch verstandenes Umweltschutzdenken dazu, dass beheizte Räume nicht gelüftet werden. Besonders in Schlafräumen und Küchen schnellt in all diesen Situationen die relative Luftfeuchtigkeit in Bereiche oberhalb von achtzig Prozent. Dazu ideale Raumtemperatur und völlig fehlende Luftbewegung und der Schimmelbildung wird die ideale Basis geboten.
Regelmäßiges Lüften ist deshalb unbedingt erforderlich.

 

Kalte Außenluft ist zu jeder Zeit trockener als warme Raumluft und diese Tatsache muss genutzt werden. Das Lüften besteht jedoch nicht darin, die Fenster ganztägig gekippt zu lassen. Damit wird lediglich Heizenergie verschwendet, denn der Luftaustausch ist viel zu gering. Er erfolgt vielmehr durch Stoß- und Querlüften. Stoßlüften bedeutet, dass die Fenster mehrmals täglich über einen nur kurzen Zeitraum weit geöffnet werden. Querlüften sagt aus, dass dabei mindestens zwei im Gebäude gegenüberliegende Fenster in die Lüftung einbezogen werden. Mit dieser Methode ist der Luftaustausch optimal. Außerhalb der Lüftungszeiten werden Räume mit unterschiedlichen Raumtemperaturen durch geschlossene Zimmertüren voneinander abgegrenzt.

Eine allgemeingültige Regel für dieses Lüftungsverhalten gibt es nicht.

Jedes Gebäude verhält sich anders in seinem bauphysikalischen und klimatechnischen Verhalten. Spätestens nach einem Befall mit Schwarzschimmel und dessen Beseitigung ist es deshalb sinnvoll, die Räume mit Zimmerthermometern und einem Hygrometer zu kontrollieren und dementsprechend das Lüftungsverhalten zu optimieren. Siehe auch "10 goldenen Regeln".

 

Was können wir für Sie tuen!

- Ursachenforschung

- Schimmel-/Schwammbestimmung

- Gutachtenerstellung

- Sanierung des Schadens